Welche Inhaltsstoffe bei Locken vermeiden? (CG-Checkliste)

Bei Locken meidest du nach der Curly-Girl-Methode vor allem fünf Gruppen von Inhaltsstoffen: Sulfate (aggressive Tenside), nicht wasserlösliche Silikone, austrocknenden Alkohol, Mineralöl und Petrolatum sowie schwere Wachse. Viele Lockenfans verzichten zusätzlich auf Parabene. Aber Vorsicht: Nicht alles, was chemisch klingt, ist schlecht. Fettalkohole wie Cetyl und Cetearyl Alcohol sind sogar richtig gut. Hier erfährst du für jede Gruppe, unter welchen Namen sie auf dem Etikett stehen, warum Locken sie nicht mögen und wie du eine Inhaltsstoffliste in wenigen Sekunden prüfst.

1. Sulfate: Welche Namen stehen auf dem Etikett?

Sulfate sind starke Tenside, die kräftig schäumen. Sie entfernen Schmutz und Produktreste gründlich, aber eben auch einen Teil des natürlichen Talgs. Weil Locken durch ihre Form ohnehin weniger Talg in die Längen bekommen, sind Trockenheit und Frizz dann schnell da.

Daran erkennst du sie

  • Sodium Lauryl Sulfate (SLS)
  • Sodium Laureth Sulfate (SLES)
  • Ammonium Lauryl Sulfate und Ammonium Laureth Sulfate
  • Sodium Coco Sulfate: trotz „Coco" im Namen ein ganz normales Sulfat
  • Sodium Myreth Sulfate

Viele CG-Listen führen auch Sodium C14-16 Olefin Sulfonate. Technisch ist das kein Sulfat, wäscht aber ähnlich stark.

Sanftere Alternativen

Tenside wie Cocamidopropyl Betaine, Coco-Glucoside, Decyl Glucoside und Sodium Cocoyl Isethionate reinigen milder. Greif deshalb zu einem sulfatfreien Shampoo. Worauf du bei der Wahl sonst noch achten solltest, liest du im Ratgeber bestes Shampoo für Locken.

2. Silikone: wasserlöslich oder nicht?

Silikone legen einen glatten Film um das Haar. Das sorgt sofort für Glanz und weniger Knoten. Nicht wasserlösliche Silikone bekommst du ohne Sulfate aber kaum wieder heraus. Sie lagern sich Schicht für Schicht ab, Feuchtigkeit dringt schlechter ein, und die Locken können schlapp und schwer wirken.

Erkennbar an der Endung

Achte auf Namen, die auf -cone, -conol oder -xane (Siloxane) enden. Beispiele: Dimethicone, Amodimethicone, Dimethiconol, Cyclopentasiloxane, Phenyl Trimethicone.

Löslich oder unlöslich

Manche Silikone sind so verändert, dass sie sich in Wasser lösen. Oft erkennst du sie an PEG- oder PPG- vor dem Namen, etwa PEG-12 Dimethicone. Sie lagern sich weniger leicht ab. Strenge CG-Anhängerinnen meiden trotzdem alle Silikone, andere lassen die löslichen zu. Im Zweifel gilt die einfachste Regel: gar kein „-cone".

3. Austrocknender Alkohol oder Fettalkohol?

Das Wort „Alcohol" auf dem Etikett sagt wenig aus. Es gibt zwei völlig unterschiedliche Arten.

Kurzkettige Alkohole: lieber meiden

  • Alcohol Denat. und SD Alcohol (mit Nummer dahinter)
  • Ethanol oder einfach „Alcohol"
  • Isopropyl Alcohol
  • Propanol und Propyl Alcohol

Sie verdunsten schnell und können dabei Feuchtigkeit mitnehmen. Stehen sie ganz hinten in einem Gel oder Spray, ist die Menge gering. Stehen sie unter den ersten fünf, lässt du das Produkt besser im Regal.

Fettalkohole: völlig in Ordnung

Cetyl Alcohol, Cetearyl Alcohol, Stearyl Alcohol, Behenyl Alcohol und Myristyl Alcohol sind wachsartige Stoffe, die das Haar weich und geschmeidig machen. Du findest sie in vielen Conditionern und Leave-ins. Auch Benzyl Alcohol, ein Konservierungsmittel in kleiner Menge, steht kaum auf CG-Listen.

4. Parabene

Parabene sind Konservierungsmittel. In der EU sind sie innerhalb fester Grenzwerte erlaubt, und sie trocknen das Haar auch nicht aus. Trotzdem entscheiden sich viele bewusst für Produkte ohne Parabene, meist aus persönlicher Vorliebe. Auf dem Etikett heißen sie zum Beispiel Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben und Butylparaben. Willst du sie meiden, such nach der Endung -paraben.

5. Mineralöl, Petrolatum und schwere Wachse

Mineralöl und Petrolatum werden aus Erdöl gewonnen. Sie bilden einen abschließenden Film, der keine Feuchtigkeit spendet und sich ohne starkes Tensid schwer auswaschen lässt. Bei Locken führt das schnell zu Ablagerungen.

Daran erkennst du sie

  • Mineral Oil oder Paraffinum Liquidum
  • Petrolatum (Vaseline)
  • Paraffin und Cera Microcristallina

Auch Wachse wie Bienenwachs (Cera Alba) lagern sich bei vielen ab, vor allem in Stylingcremes und Pomaden. Strenge CG-Listen meiden nicht wasserlösliche Wachse. Pflanzliche Öle wie Argan- oder Jojobaöl sind in der Methode dagegen üblich.

So liest du eine INCI-Liste

Die Inhaltsstoffliste (INCI) steht auf jedem Kosmetikprodukt und folgt festen Regeln:

  1. Reihenfolge = Menge. Die Stoffe stehen absteigend nach Anteil. Meist steht Aqua (Wasser) ganz vorn.
  2. Unter 1 % ist die Reihenfolge frei. Stoffe unter 1 % dürfen am Ende beliebig sortiert sein. Konservierungsmittel und Parfum gehören meist dazu.
  3. Konzentrier dich auf die ersten fünf bis acht. Dort steckt der Großteil des Produkts.
  4. Lateinische und englische Namen. Pflanzen stehen oft auf Latein, zum Beispiel Argania Spinosa Kernel Oil für Arganöl.
Checkliste für den Einkauf

Geh ein Etikett in dieser Reihenfolge durch:

  1. Steht bei einem Tensid „Sulfate" oder „Sulfonate"? Dann nicht CG.
  2. Endet ein Stoff auf -cone, -conol oder -xane, ohne PEG/PPG davor? Dann nicht CG.
  3. Alcohol Denat., Isopropyl Alcohol oder Propanol weit vorn? Lieber nicht.
  4. Mineral Oil, Paraffinum Liquidum, Petrolatum oder Paraffin? Lieber nicht.
  5. Schweres Wachs weit vorn? Achte auf Ablagerungen.
  6. Cetyl, Cetearyl oder Stearyl Alcohol? Alles gut.
  7. Parabene? Deine Entscheidung.

Bist du dir bei einem Namen unsicher, schlag ihn vor dem Kauf kurz nach.

Typische Fehler
  • Jeden Alkohol streichen. Damit schließt du gute Conditioner mit Fettalkoholen aus.
  • Auf „Kokos" oder „natürlich" vertrauen. Sodium Coco Sulfate bleibt ein Sulfat.
  • Nur das Shampoo prüfen. Silikone stecken oft in Seren, Hitzeschutz und Stylingprodukten.
  • Ohne sauberen Neustart wechseln. Wer umsteigt, hat oft noch Silikone im Haar. Wie du damit umgehst, steht im Ratgeber zur Curly-Girl-Methode.
  • Nur auf die Vorderseite schauen. „Sulfatfrei" sagt nichts über Silikone. Lies immer die INCI-Liste.
Curloom und diese Checkliste

Jedes Curloom-Produkt ist CG-geeignet: sulfatfrei, silikonfrei, ohne Parabene, 100 % vegan und tierversuchsfrei. Entdecke die komplette Lockenroutine oder lies auf unserer Transparenzseite, welche Inhaltsstoffgruppen wir verwenden. Und wenn du weißt, welche Produkte du verwenden willst: So setzt du einen Leave-in-Conditioner richtig ein.

Häufige Fragen

Sind alle Silikone schlecht für Locken?

Nicht wasserlösliche Silikone wie Dimethicone und Amodimethicone lagern sich ab, wenn du ohne Sulfate wäschst. Lösliche Varianten mit PEG oder PPG davor lassen sich leichter ausspülen. In der strengen CG-Methode meidest du sie alle.

Woran erkenne ich, ob ein Produkt CG-geeignet ist?

Prüf die Inhaltsstoffliste auf Sulfate, Silikone (-cone, -conol, -xane), austrocknenden Alkohol weit vorn, Mineralöl und Petrolatum. Fehlen diese Stoffe, passt das Produkt meistens zur CG-Methode.

Ist Cetearyl Alcohol schlecht für Locken?

Nein. Cetearyl Alcohol ist ein Fettalkohol, der das Haar weich und geschmeidig macht. Er trocknet nicht aus und steht nicht auf der CG-Liste, genau wie Cetyl und Stearyl Alcohol.

Ist Sodium Coco Sulfate CG-geeignet?

Nein. Der Name klingt natürlich, weil der Stoff aus Kokos gewonnen wird, aber es bleibt ein Sulfat. Strenge CG-Listen meiden ihn deshalb.

Was bedeutet die Reihenfolge in der Inhaltsstoffliste?

Die Stoffe stehen von der größten zur kleinsten Menge. Alles unter 1 % darf am Ende in beliebiger Reihenfolge stehen. Achte deshalb vor allem auf die ersten fünf bis acht Inhaltsstoffe.

Sollte ich bei Locken Parabene meiden?

Das ist eine persönliche Entscheidung. Parabene sind Konservierungsmittel, die in der EU innerhalb fester Grenzwerte erlaubt sind, und sie trocknen das Haar nicht aus. Viele Lockenfans greifen trotzdem lieber zu Produkten ohne Parabene.